Faszination Orchideen

Faszination Orchideen

"Orchideen, ein
faszinierendes
Hobby ... "

Orchideen gehören zu den artenreichsten Pflanzenfamilien überhaupt. Sie sind fast überall auf der Erde zu finden, die größte Artenvielfalt jedoch gibt es in den Tropen und Subtropen in Mittel- und Südamerika sowie in Ostasien.

Von hierher stammen auch die meisten Orchideen, die als Zimmerpflanze bei uns gehalten werden. Orchideen wurden schon im alten China gesammelt und bewundert. Es gibt Überlieferungen, dass bereits im Jahr 300 vor Christus der Grieche Theophrastus den Namen Orchis vergab, was sich auf die paarig verdickten Wurzelknollen bezog. Der Name wurde später für ganze Familie der Orchideen übernommen. Orchideen sind ein faszinierendes HobbyDie erste tropische Orchidee in Europa blühte im Jahr 1731. Sie wurde von einem Missionar mitgebracht, der auf den Bahamas war und nach Hause kam. Doch wirklich gesucht wurden die farbenprächtigen Pflanzen erst rund ein Jahrhundert später intensiv. Erste Orchideen kam zu Beginn des 19. Jahrhunderts praktisch als Verpackungsmaterial für andere tropische Pflanzen nach Europa. Die merkwürdigen Pflanzenteile erregten die Aufmerksamkeit von William Cattley, dem Gärtner und Importeur von Pflanzen. Er topfte die Pflanzenteile ein und daraus erwuchs sich eine besonders schöne Pflanze, die sich als Orchidee entpuppte. Die Gattung, zu der diese Pflanze zählte, wurde nun auf Cattleya getauft.

Diese Entdeckung war der Ursprung für die wahre Jagd nach Orchideen, zu der Mitarbeiter von Gärtnereien in die tropischen Regionen Amerikas, Asiens und Afrikas ausgesandt wurden. Sie fanden immer wieder neue Arten und sammelten diese, doch sie betrieben auch einen wahren Raubbau an den Originalwachstumsorten. Die Pflanzen selbst waren lange Zeit fast unerschwinglich, es mussten mehrere Tausend Euro bezahlt werden (natürlich in das heutige Zahlungsmittel umgerechnet), um eine Pflanze zu erstehen. Der Handel mit den Wildpflanzen ging in dem Maße später zurück, wie es Züchtern gelang, die Pflanzen selbst nachzuziehen.

Heute sind fast 30.000 verschiedene Wildarten der Orchideen bekannt und es gibt rund 150.000 Kreuzungen. Diese werden Hybride genannt. Doch das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, immer noch werden neue Arten entdeckt. Die wild wachsenden Orchideen unterliegen heute aber alle dem Artenschutz. Gärtner und Züchter bemühen sich vielmehr darum, den bestehenden Artenreichtum zu sichern und die Pflanzen gezielt zu vermehren.

Es gibt verschiedene Sorten von Orchideen

Die meisten davon wachsen als Epiphyten, sie werden auch als Aufsitzerpflanzen bezeichnet. Sie leben in Astgabeln oder auch in Baumkronen, wo sie deutlich mehr Licht bekommen, als das auf dem schattigen Waldboden der Fall wäre. Es sind aber keine Schmarotzer, denn sie entziehen den Trägerpflanzen weder Wasser noch Nährstoffe, dennoch hält sich der Irrglaube, sie waren wahre Parasiten. Die Nährstoffe beziehen die Epiphyten aus der Luftfeuchtigkeit. Dafür besitzen sie speziell ausgebildete Wurzeln, mit denen sie die Nährstoffe direkt aufnehmen können. Außerdem sammelt sich auf Ästen und der Rinde der Bäume immer eine dünne Humusschicht an, auch diese nutzen die Orchideen für die Nährstoffversorgung. Die Epiphyten stellen besondere Anforderungen an das Klima und an die Umgebung, die bei der Zucht beachtet werden müssen. Neben den Epiphyten gibt es aber auch zahlreiche andere Arten von Orchideen, die, wie andere Pflanzen auch, im Boden wurzeln. Sie werden als Erdorchideen bezeichnet oder als terrestrische Orchideen. Zu ihnen gehören die Paphiopedilum – Arten, die Cymbidium – Arten und die Calanthe – Arten. Eine weitere Gruppe von Orchideen wächst auf Steinen und Felsen. Diese Gruppe wird als Lithophyten bezeichnet. Am bekanntesten sind davon die Laelia – Arten, die Steinlaelien.

Orchideen werden aber nicht nur als Zierpflanzen gehalten, sondern es gibt sie auch als Nutzpflanzen. Dazu zählt die wohl bekannteste Nutzorchidee, die Vanille. Mit botanischem Namen heißt sie Vanilla planifolia. Sie ist heute aus der Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie gar nicht mehr wegzudenken. Unterschieden werden können Orchideen zudem nach ihrem Habitus. Hier werden monopodial wachsende Orchideen und sympodial wachsende Pflanzen unterschieden. Erstere besitzen eine einheitliche Sprossachse, an der sich Verzweigungen befinden. Die Spitze wächst immer weiter. Das ist bei der sympodialen Variante nicht der Fall, hier ist das Wachstum der Spitzen begrenzt und die Verzweigungen bewirken ein Wachstum der Sprossenglieder nacheinander. Diese Art der Orchideen bilden die Pseudobulben aus. Diese verdickten Sprossteile können ein- oder mehrgliedrig sein und dienen der Pflanze zur Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Einige Orchideengattungen bilden zudem unterirdische Speicherorgane aus. Bei den monopodial wachsenden Orchideen werden die Blätter als Speicherorgane eingesetzt, teilweise auch die Wurzeln. Dies sind die beiden häufigsten Habitus – Arten, daneben gibt es noch einige sehr seltene. Diese können nicht in das Schema monopodial und sympodial eingeordnet werden. Es gibt zum Beispiel Arten der Pleurothallidinae, die zwar eigentlich sympodial wachsen, aber keine Pseudobulben ausbilden. Sie haben dafür fleischige Blätter und stellen eine Art Mittelding zwischen beiden Arten dar.

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